Constantin


Constantin Martin, Jahrgang 1973, beschreibt seit einigen Jahren Alltäglichkeiten in kleinen und großen Buchstaben auf seiner Website (www.ghostwriter.berlin). “Crashkurs Fahrprüfung” blieb sein einziges Buch, womit er seine Erfahrungen als Fahrlehrer weitergeben wollte, während er jedoch längst anderweitig ein neues Tätigkeitsfeld für sich gefunden hatte. Er arbeitet heute in einem Immobilienunternehmen.

20 Aufnahmen (sichtbar nur für Mitglieder)

20 recordings (available only to members)

 

See

 

Natürlich könnte man jetzt was von „alle meine Entchen“ singen, aber das ist, glaube ich, jetzt nicht so spektakulär. Vielleicht jetzt auch nicht unbedingt spektakulär, was mir jetzt tatsächlich dazu einfällt.

 

Damals in den 80er Jahren, das fällt mir nämlich zum Thema See ein, hatte ich mit meinem Freund Sebastian auf dem ersten See in Stadtpark Steglitz, wie wir ihn immer nannten - den ersten See, das war der von der Perspektive aus Richtung Stindestraße. Jedenfalls, auf diesem See hatten wir Papierschiffe fahren lassen. Das muss so um 1985 rum gewesen sein. Und daraus entwickelte sich, weil wir das so toll fanden, im Laufe der Jahre, dass jeder mehrere hundert Papierschiffe in verschiedensten Varianten und Formen gebaut hatte, die wir dann, nicht nur auf diesem See, sondern am besten auch gleich auf dem Teltowkanal fahren ließen, weil dort nämlich mehr Strömung war und mehr Wind, und auch zwischendurch mal Schiffe vorbeifahren mussten leider, die unsere kleinen Papierschiffchen dann in arge Bedrängnis brachten.

 

Nun, diese Geschichte mit den Papierschiffredereien, die wir dann wirklich da installiert hatten, aus Spaß natürlich nur, hat wirklich dann Blüten getragen im Sinne von: Wir hatten dann ein Börsensystem und ein Pflichtversicherungssystem. Und ach, was weiß ich nicht noch alles. Hat wirklich Aktenordner gefüllt. Verschiedenste Arten von Fracht- und Tankschiffen und... Also alles, eben aus Papier mit irgendwelchen Anbauten. Aber das ist dann irgendwann eingeschlafen, weil: Man wird ja irgendwann auch erwachsen und vernünftig. Und irgendwann wird das Spiel mit den Papierschiffen, wie toll auch immer es gewesen sein mag, dann auch ein bisschen einseitig und langweilig.

 

Naja, jedenfalls haben wir dann eines Tages dann beschlossen, wir beenden mal die ganze Geschichte. Das muss so um 1990 gewesen sein. Passend zur Wende war also auch bei uns ein Umbruch zu verzeichnen. Also versteckten wir dann einfach ein paar restliche Geldscheine. - Ja, wir hatten sogar eigenes Geld gedruckt. Mit einem ganz primitiven Fotokopierer. - am Teltowkanal unter dem Sand irgendwie in einer Dose. Ja, und damit war das Thema dann erledigt. Die restlichen vielen, vielen hunderte von Papierschiffen, die wir noch hatten, wurden dann nach und nach verschrottet. Das heißt also, sie wurden in die Altpapiertonne nach und nach verbracht. So war das damals in den 80er Jahren.

Geburtstag

 

Als Kind kann es gar nicht oft genug Geburtstag sein wegen der vielen Geschenke. Am liebsten hätte man da jeden Tag Geburtstag. Aber je älter man wird, desto weniger bedeutsam wird es, weil man ja auch ... #00:19:17#, weil man aber auch irgendwann alles hat. Und wenn man irgendwann aber auch dann einsehen muss, dass man nicht mehr der Jüngste ist und dann eines Tages sogar hofft, dass man nicht so schnell wieder Geburtstag hat, bis man eben eines Tages tatsächlich gar nicht mehr Geburtstag hat. Naja.

 

Als Kind hatte ich mal einen Geburtstag, das weiß ich noch ganz genau, da war ich genau-, da war ich genau zehn Jahre alt geworden. Und ich hatte eine ganz tolle Geburtstagsrede gehalten bei Orangensaft und Schokokuchen. Hat sich wirklich prima geschmacklich passend zusammen ergeben. Naja. Und die Rede dauerte ungefähr fünf Sekunden. Ich sagte schlichtweg ergreifend nur: „Jetzt bin ich schon ein ganzes Jahrzehnt alt.“ Da war ich so stolz, das Wort „Jahrzehnt“ kennengelernt zu haben, und fand, dass es auch wirklich sehr eloquent klingt. Da habe ich also ganz oft das Wort „Jahrzehnt“ an diesem Tag ausgesprochen. Das weiß ich noch ganz genau. Das war ein ganz toller, ein epochaler Geburtstag. So viel zum Thema Geburtstag.

Drucker

 

Drucker. Mein allererster Drucker, den habe ich bekommen zusammen mit einem C64 Comodoro Computer in den 80er Jahren. Das war damals das Non-plus-Ultra für jugendliche Menschen wie mich. Diesen Drucker, den musste man schon, wenn er nicht mehr ganz neu war, trotz aller Solidität - mit aller Qualität ist er damals noch gebaut worden - also, jedenfalls trotz allem musste man ihn nach einiger Zeit wirklich überreden, bitte doch noch weiter zu drucken. Und obwohl dann die Druckqualität irgendwann mal eher grau und hellgrau wurde, und da Linien dazwischen sich einmischten, war dann aber trotzdem noch zu erreichen, dass man das, was man da gedruckt haben wollte, sogar noch lesen konnte.

 

Naja, nun heute habe ich was Besseres, nämlich einen Tintenstrahldrucker. Drucker, Scanner, Kopierer und Fax in einem. Wobei, mein Gerät habe ich, das muss ich dazu sagen, auch schon wieder gebraucht nur gekauft für 25 Euro. Ist ungefähr acht Jahre alt, schätze ich mal. Und ja, wie könnte es anders sein? Auch dieses Gerät muss wieder überredet werden, dass es funktioniert. Manchmal sogar auf den ersten sofortigen Knopfdruck druckt es dann was aus oder faxt etwas. Aber meistens gibt es ganz viele Pieptöne und es rattert. Und irgendwie will das Gerät dann besonders behandelt werden. Was ich immer wieder bis jetzt geschafft habe, was aber immer schwieriger wird.

 

Und zu meinem Glück habe ich vor ein paar Tagen ein relativ modernes Gerät sogar geschenkt bekommen, über drei Ecken von Bekannten. Auch Drucker, Scanner, Kopierer und Fax in einem. Sogar mit einem tollen, schicken Display. Und ich weiß nicht, aber ich hoffe, dass ich dieses Gerät nicht überreden muss. Sondern ich stelle es einfach nur hin und es funktioniert. Das ist jedenfalls meine Hoffnung mit dem Drucker, den ich noch nicht, aber bald einsetzen werde. Ja, so viel zum Thema Drucker.

Restaurant

 

Ein Restaurant ist eine Einrichtung, in der man sich treffen kann. Ursprünglich habe ich, jedenfalls früher, immer gedacht, sei ein Restaurant nur ein Ort, in dem man etwas isst. Und dann geht man wieder. Eine ganz sachliche Sache sozusagen.

 

Aber ein Restaurant in dem Sinne, wie wir es heute kennen, ist ja eher ein Treffpunkt. Man trifft sich dort, um gemeinsam zu essen. Und das Essen ist dann auch eher eine Begleiterscheinung. Im Vordergrund steht dann wirklich das Treffen. Also, miteinander reden, Musik hören, sich wohlfühlen und so viel essen, wie man schafft sozusagen. Und das also ist ein Restaurant.

 

Ich habe mal in einem Restaurant gearbeitet. Das war weniger erfreulich. In einer Küche habe ich dort ausgeholfen. Da wurden dann die Enten und andere Lebensmitteln einfach auf dem blanken Fußboden zubereitet. Das war alles ein bisschen rustikal bei den Leuten. Seitdem ist mir dann ein bisschen abhandengekommen meine Begeisterung für Restaurants. Aber sicherlich sind nicht alle so bodenständig, sondern sicherlich auch viele empfehlenswert und auch hygienisch einwandfrei.

Schnee

 

Schnee ist nicht nur cool im Wortsinne, sondern auch schön. Wie auch die Sonne hat der Schnee, wie ich finde, eine Eigenschaft, sogar das wüsteste Trümmerfeld noch als friedlich oder schön erscheinen lassen zu können, indem das weiße, schneeweiße Weiß alles überdeckt und plötzlich herrscht Ruhe, Frieden. Eine relativ freundliche, friedliche Ruhe ist das dann, wie ich finde. Also, insofern ist Schnee schon was wirklich Tolles.

 

Weniger toll ist es dann halt, wenn man sich mal anschaut, was Schnee für praktische Probleme schafft. Als Kinder war das natürlich überhaupt kein Problem. Da haben wir uns einfach an den Zweigen des Nadelbaums mal kurz festgehalten oder daran gerüttelt. Dann fiel der Schnee kiloweise auf den Kopf. Das fanden wir alle ganz lustig. Dann waren wir völlig eingedeckt mit Schnee.

 

Aber heute, wenn man so mit dem Fahrrad unterwegs ist, oder mit dem Auto, dann weiß man ganz schnell Schnee, zwar optisch, aber technisch nicht mehr so sehr zu schätzen. In Missouri, in den USA, gab es ja gestern einen großen Unfall mit ungefähr hundert beteiligten Fahrzeugen, Autos und Trucks. Und zwar einfach deswegen, weil der Schnee ja auch, wenn er dann in größeren Mengen fällt und plattgefahren wird, auch glatt wird. Und diese Glättewirkung ist natürlich etwas, was Fahrer aller Art, Fahrrad- oder Autofahrer, überhaupt nicht zu schätzen wissen. Ja, insofern möchte ich also als Ergebnis feststellen, dass Schnee zwar schön ist, aber leider unpraktisch. Trotzdem finde ich Schnee immer noch toll.

Hausaufgaben

 

Hausaufgaben machen keinen Spaß. Sie kosten Zeit und Kraft. Auch Nerven. Die Zeit lässt sich vielleicht noch optimieren, indem man die Hausaufgaben auf den späten Abend verschiebt oder auf den frühen Morgen des Folgetages. Letztendlich kommt man damit aber nicht um die eigentliche Problematik herum, die Hausaufgaben lösen zu müssen. Und dafür braucht man so oder so Kraft und Nerven.

 

Man kann natürlich kreativ werden und andere für sich denken lassen. Dann kann man vielleicht bei guten Freunden abschreiben. Oder irgendwas aus dem Internet herauskopieren. Damit mag man sich über die Runden retten. Problematisch kann es aber dann werden, wenn am nächsten Tag, oder an dem Tag, an dem die Hausarbeit vorgelegt werden muss, der Lehrer kritische Fragen stellt. Rückfragen dahingehend, ob man den Inhalt auch wirklich verstanden hat oder was man sich überhaupt dabei gedacht hat, das so zu formulieren. Insofern kann es tatsächlich dann dazu führen, dass ganz schnell der Eindruck entsteht, fremde Gedanken kopiert zu haben.

 

Dieses Risiko ist nicht sehr groß, aber zumindest ausreichend groß, um sich dann letztendlich überwinden zu müssen, Zeit, Kraft und Nerven doch selbst aufbringen zu müssen. Dafür allerdings, und das ist der große Trost daran immer, hat man sogar etwas gelernt daran, nämlich Wissen und Durchhaltevermögen zu trainieren. Das ist auch was wert. Das lohnt sich insofern doch, auch wenn Hausarbeiten leider sehr, sehr langweilig sind.

Gitarre

 

Eine Gitarre zu spielen ist leichter als ein Klavier zu spielen. Allerdings schwerer als ein Schlagzeug. Insofern, als ich als Kind eine Gitarre geschenkt bekommen hatte, habe ich durchaus versucht, darauf was zu erzeugen, was man so Töne nennen könnte oder gar Melodien. Aber ich habe es dann nach zwei Stunden Üben aufgegeben.

 

Dann stand die Gitarre zehn Jahre bei mir in der Ecke, bis ich dann, Gott sei Dank, ein Schlagzeug geschenkt bekommen hatte. Was mir dann irgendwie nicht so schwerfiel zu bedienen. Man konnte damit dann ganz gut in einer kleinen Schülerband spielen. Und musste sich dabei nicht besonders anstrengen. Man musste nicht mal Noten können. Ja, eine Gitarre hätte ich gerne spielen gekonnt, aber ist mir dann doch irgendwie nicht gelungen.

 

Seit den 50er Jahren sind es ja vor allen Dingen Elektro-Gitarren, E-Gitarren, die die Jugend in ihren Bann ziehen. Viele Jugendliche sind dadurch erst überhaupt auf die Musik gekommen und davon ganz begeistert gewesen. Der Rock ’n‘ Roll ist ja dadurch überhaupt erst richtig in Fahrt gekommen. Hat mich jetzt nie so richtig begeistert.

 

Aber interessant ist auf jeden Fall, was man mit Elektronik und Elektrik aus einer Gitarre denn machen kann. Aus so einem Instrument, was im Grunde schon mehrere tausend Jahre zurückreicht von seiner Bauweise her. Ja, aber letztendlich, noch älter ist das Schlagzeug. Weil dafür braucht man wirklich nichts, außer irgendeinem Gegenstand und einem Stöckchen meinetwegen, um draufzuschlagen. Also sozusagen, für Steinzeitinstrumente reicht mein Bildungsstand, für etwas modernere dann eben leider nicht. Ich lebe damit trotzdem ganz gut, glaube ich.

Krimi

 

Ein Krimi ist eine Erzählung, ein Buch oder ein Film oder ein Hörspiel zum Beispiel, worin ein Kriminalfall, eine Straftat die entscheidende Handlung prägt. Allerdings ist das nicht irgendeine Straftat. Also jetzt nicht sowas wie Diebstahl eines Apfels im Supermarkt oder mit dem Bus schwarzgefahren. Natürlich nicht. Nein, es muss schon was Krasses sein. Eine richtige, echte brutale Straftat. Am besten die krasseste von allen. Das ist hier in Deutschland der Mord. Der Mord wird mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe bestraft. Alles andere, alle anderen Straftaten sind sozusagen etwas billiger. Nicht ganz so schwer bestraft. Für einen Mord müssen Mordmerkmale gegeben sein beim Täter. Und die kann man, ... #00:47:27# mal Lust hat, nachlesen im Paragraf 211 Strafgesetzbuch.

 

Naja. Jedenfalls, die Leute, die dann in einem Krimi immer herausfinden, warum derjenige tot ist und wer es gewesen sein könnte, die müssen natürlich auch nachweisen, dass derjenige diese Mordmerkmale im Sinn gehabt hat, als er dann das Opfer umbrachte. Ist eine ziemlich raffinierte, verschlungene Konstruktion, die heutzutage die Krimiautoren sich da leisten. Viel schwieriger als früher, als das noch hieß... das geflügelte Wort, das hieß ja früher immer: „Der Gärtner war es.“ Aber in heutigen Romanen, in heutigen Krimis besser gesagt, da gibt es ja gar keine Gärtner mehr. Da gibt es nur noch irgendwelche Psychopathen oder harmlose Nachbarn oder netten Journalisten oder Erfinder. Und plötzlich waren die dann der Mörder. Also, es ist nicht mehr so einfach zu erraten als Leser, als Zuschauer, als Zuhörer, wer es gewesen sein mag. Mir persönlich ein bisschen zu spannend für einen entspannten Abend.

Herausforderung

 

Herausforderung ist eins von diesen Worten, die ich als modernisiert betrachten würde. Der Wortsinn von „Herausforderung“ bestand ursprünglich darin, dass einer den anderen aufforderte, die Kräfte zu messen oder die Fähigkeiten. Und dann kam es zu so einer Art von Duell und anschließend stand dann fest, wer der Stärkere oder Bessere ist. Ja, so war das damals.

 

Aber seitdem uns... seitdem uns viele Motivationstrainer und Lebensberater eingetrichtert haben, - nicht ganz zu Unrecht, will ich ja nicht in Abrede stellen - aber sie haben uns jedenfalls zu verstehen gegeben, dass es überhaupt gar keine Probleme mehr gibt im Leben. Es gibt nur noch Herausforderungen. Okay, bis hin dazu, dass ich also zum Beispiel nicht mal mehr eine neue Arbeit suche oder einen neuen Wirkungskreis, wie es zeitweise ja etwas grau hieß, ein bisschen nach DDR hat es immer angehört, sondern ich suche eine neue Herausforderung. Ja, das hört sich natürlich dynamisch an. Engagiert. Motiviert nach Teamgeist und nach allem Möglichen, was Arbeitgeber heute gerne hören und sehen möchten.

 

Ja, und dahingehend ist dieses Wort eben verändert worden. Vom eher martialischen, archaischen Charakter entstaubt worden zu einem modernen Bestandteil der Arbeitssprache eigentlich im Wesentlichen. Im normalen Sprachgebrauch benutzt man dieses Wort eigentlich nicht. Also, ich würde das zum Beispiel nicht sagen: „Ich empfinde es als Herausforderung, im Supermarkt Samstagmittag einkaufen zu gehen.“ Es ist zwar eine Herausforderung, weil man sich ziemlich zusammenreißen muss, um nicht auszuflippen angesichts dieses völlig sinnlosen Chaos. Aber ich sage einfach nur: „Ich habe keinen Bock auf Samstagmittag Shoppen gehen.“ Aber so ist das mit solchen Modeworten. Nicht jeder benutzt sie. Und, ehrlich gesagt, braucht sie auch keiner.

Bahnhof

 

“Die Kinder vom Bahnhof Zoo“ hieß mal ein Buch, das um 1980 herum erschienen ist. Darin ging es um die Situation einer, ja, drogenabhängigen Christiane F., eines Mädchens, die zur Finanzierung ihrer Drogensucht, naja, anschaffen ging, also der Prostitution nachging. Das war ein ziemlich erschütterndes Buch, was auch entsprechende Reaktionen hervorrief, hier in West-Berlin. Denn der Bahnhof Zoo war ja in West-Berlin der Bahnhof. Und die Stadt war damals geteilt. Und auch in ganz West-Deutschland.

 

Allerdings gar nicht mal so sehr verwunderlich im Grunde genommen, dass sich solche Dinge am Bahnhof einer Weltstadt abspielen. Oder auch in anderen Städten. Denn Bahnhöfe waren ja schon seit jeher, würde ich mal sagen, Anziehungspunkte für Menschen, die keine weitere Perspektive mehr hatten. Und die sich irgendwie erhofften, an der großen, weiten Welt teilhaben zu können, wenn sie einfach da am Bahnhof herumgammelten, wie es die Spießer nannten, oder einfach bettelten, wie es, naja, etwas moderatere Stimmen nannten. Oder auch immer noch nennen. Heute spricht man eher von Hilfebedürftigen, die da einfach am Bahnhof, auch in er Bahnhofsmission zum Beispiel, Schutz suchen, - da gibt es tatsächlich eine am Bahnhof Zoo -, und da sich zum Beispiel Lebensmittel abholen können. Lebensmittel oder auch sonstige Ratschläge. Also, die Situation hat sich schon verbessert. Auch wegen eines solchen Buches und wegen vieler Menschen, die sich darum gekümmert haben, dass obdachlose, verwahrloste Leute irgendwie Schutz brauchen und bekommen letztendlich.

 

Aber der Bahnhof ist ja nicht nur unbedingt als Synonym für Anlaufstelle sozial benachteiligter Menschen zu verstehen. Bahnhöfe gibt es ja auch tatsächlich einfach nur so als Synonym für Urlaub, für Freizeit, für Abenteuer. Wie es ja in den Anfangszeiten der Eisenbahn war. Ich kannte zum Beispiel mal jemanden, der hat im Reisebüro gearbeitet. Reinhold. Und der hat seinen Urlaub tatsächlich so geplant, - im Reisebüro saß er an der Quelle sozusagen -, dass er tatsächlich von A bis Z, vom allerersten Tag, die allererste Minute seines Urlaubes bis zur letzten Urlaubsminute wirklich nur im Zug saß, und im Zug geschlafen hat. Also, der kannte Bahnhöfe, zwar alle in ganz Deutschland, aber er hat sie eben nur im Vorbeifahren gesehen oder weil er eben mal darauf umgestiegen ist. Die jeweiligen Städte hat er nie gesehen. Also, für ihn waren das dann die Bahnhöfe der Urlaubsinhalt. Der Weg ist das Ziel, kann man das ja auch nennen. Naja. Wer es braucht.

 

Ansonsten finde ich, dass Bahnhöfe praktisch sind. Aber nicht unbedingt jetzt sensationell. Seitdem es das Flugzeug gibt, sind Bahnhöfe so ein bisschen altmodisch geworden. Ich finde aber Bahnhöfe und die Eisenbahn immer noch besser als ein Flugzeug, weniger umweltschädlich. Naja, wer fragt mich schon?

Spielzeug

 

(Von) Spielzeug gibt es ja sehr viele verschiedene Arten und Formen und Farben sowieso. Spielzeug war aber nicht immer so formen- und arten- und farbenreich wie heute. Früher war das relativ monoton möchte ich ja fast schon sagen, aber ausreichend.

 

Wir hatten damals in den 80er Jahren, von denen ich ja immer so gerne spreche, ... vielleicht hatten wir Playmobil und Lego und Matchbox-Autos, vielleicht noch ...Autos und natürlich ein paar Holzbauklötze. Abgesehen davon hatten wir draußen einen Sandkasten und ein Stadtpark, in dem wir rumspielen konnten. Das ist offenbar heute so ein bisschen anders geworden.

 

Ich habe letztens für einen Bekannten eines Bekannten eines Bekannten, also über drei Ecken irgendwas, sein Haus irgendwie so in Wilda da ausräumen sollen. Das war so ein ganz kleiner Bungalow, ja, nur 40 Quadratmeter, na klar, das dauert ja gar nicht lange, so zwei Stunden habe ich so gedacht und da war aber wirklich alles zugemüllt und zwar bestimmt die Hälfte von diesem... man muss da wirklich schon sagen 40 Kubikmetern Müll, war echt... 20 Kubikmeter waren wirklich Spielzeug. Für ein einziges Kind. Unglaublich. Leider war alles dermaßen durcheinander, bombenmäßig alles durcheinander "geschüttet" kann man nur sagen, dass es einfach unmöglich war, alles wieder zusammen zu bringen, zu sortieren. Es ist leider ein Großteil, leider, leider zum Sperrmüll gewandert. Und ein kleiner Teil nur konnte gerettet werden. Ja, das war sehr schade, aber es hat mich mal wieder sehr fasziniert, was Kinder heute so alles an Spielzeug haben.

 

Das war damals nicht so. Ich weiß auch gar nicht, ob Kinder heute wirklich glücklicher sind mit so viel Spielzeug. Vor allem ist es ja auch so Spielzeug, was so schreit, so brutal, so grell, so martialisch ist. Klar, früher gab es Cowboy und Indianer und vielleicht noch Piraten. Da wurde auch mal geschossen sozusagen, aber heute ist ständig was am Blitzen, am Explodieren, am Rumbrüllen und alles geht ganz, ganz, ganz schnell. Boah. Das, also das stelle ich mir richtig Stress vor mit dem heutigen Spielzeug zu spielen. Das war dann früher dagegen wirklich gemütlich. Aber nun, ich bin ja auch einer aus der Oldschool-Generation. Wahrscheinlich habe ich einfach nur keinen Sinn dafür. Ich hoffe mal, dass die Kinder auch heute noch mit ihrem Spielzeug glücklich werden.

Schubidu

 

So liebe Juliane, nachdem ich jetzt ja schon wieder im Stau stehe und das jetzt mal wieder zum Anlass nehmen kann, wieder etwas zu tun, anstatt nur ständig rumzuhängen, vor dem Fernseher zu sitzen, so zu sagen. Das war gestern nicht der Grund, aber das doch ein bisschen viel. Und... jedenfalls deswegen, kann ich ja mal die Gelegenheit nutzen, was zu sagen. Und zwar zum Beispiel zum Wort Schubidu.

 

Schubidu ist da, meiner Kenntnis nach, so was Ähnliches wie die ganzen anderen Geschichten namens „Hurra“, „Huch“ oder „Jippiyeah“. Eine Interjektion insofern als etwas, was man als Ausruf bezeichnen könnte. Und was aber nicht wirklich ein eigenstätiges, sinnhaltiges Wort bedeutet. Schubidu war, glaube ich, ganz speziell mal gesagt, soweit ich es noch weiß, in der Musiksprache entstanden. Da hat man dann einfach so in den 50er Jahren, zu einer Melodie, weil einem kein Text mehr einfiel, einfach „Schubidubidubidu“ dazu so zu sagen gesungen, um den Text dann irgendwie zu ersetzen mit ein bisschen Lautmalerei. Na ja, hat ja auch funktioniert. Aber ich glaube, aus der Mode gekommen ist das Ding trotzdem. Ich glaube, heute sagt kein Mensch mehr Schubidu. Na ja.

Bewerbungsgespräch

 

Bewerbungsgespräche sind wirklich die Kunst einer jeden Bewerbung. Also die Bewerbungen an sich sind ja schon anstrengend und umfangreich und anspruchsvoll. Da muss man viel Papier anhäufen und Referenzen. Und schöne bunte Bilder und tolle Formatierungen des Textes. Schön innovativ alles. Und da kann man sich auch dann einen Rat holen, von Freunden, Bekannten, Verwandten. Man kann auch tolle Ratgeberbücher kaufen. Dazu gibt es ja duzende von auf dem Markt. Oft noch verbunden mit Hinweisen wie man diese tollen Einstellungstests bestehen kann, die oftmals, ja wenn man einen tollen Job haben möchte, noch zu durchlaufen sind, noch bevor man überhaupt ins mündliche Bewerbungsgespräch kommt. Ja, das ist schon sehr, sehr anstrengend.

 

Wobei es auch bei Wohnungsbewerbungen anstrengend geworden ist. Also, vor 15 Jahren zum Beispiel da hat man einfach nur angerufen und dann hat der Vermieter gesagt „Ach, na endlich mietet jemand meine Wohnung.“ Vor 15 Jahren in Berlin zum Beispiel, war das so. Da wurden sogar noch Häuser abgerissen, Plattenbauten, weil sie einfach zu viel waren. Ja und dann ist man hingegangen, Schlüssel abgeholt, unterschrieben. Das war es. Keine Mietschulden-Freiheitsbescheinigung, keine SCHUFA. Keine... Nichts... Referenzen. Nichts. Überhaupt nichts. Nicht mal eine Kaution. Ja, hat sich natürlich geändert, weil das viele ausgenutzt haben und dann haben die eine Zeitlang da umsonst gewohnt. Bei einigen Vermietern. Das waren dann die sogenannten Mietnomaden. Aber so was gibt es heute halt nicht mehr, weil man sich halt heute richtig wasserdicht bewerben muss. Mit richtig hardcore Unterlagen. Und so dass man eben beweisbar, offenbar keine Mietschulden hat. Ja, aber ein Bewerbungsgespräch ist bei Vermietern vielleicht noch ein bisschen einfacher. Wenn man sowieso schon alles auf den Tisch hat, an Unterlagen, die ja nun wie gesagt, alles schon beweisen. Dann ist das Bewerbungsgespräch da relativ, einigermaßen einfach. Da gibt es noch um ein bisschen Sympathie.

 

Aber beim Arbeitgeber, da geht es überwiegend ums Bewerbungsgespräch. Die Referenzen sind da wirklich na ja nicht zweitrangig, aber nicht wichtiger als das Bewerbungsgespräch. Und da kommt es dann wirklich darauf an, wie man aussieht, wie man sich gegeben hat, verhaltenstechnisch. Was für eine Wortwahl, wie eloquent man ist. Na ja, das ist alles sehr anstrengend und da ist man dann auch froh, wenn man es geschafft hat. Tatsächlich dann auch über diese Hürde rübergekommen zu sein, eingestellt worden zu sein und dann ist man aber wirklich so froh, dass man möglichst nicht so schnell in diesem Leben noch mal so einen Stress hinter sich bringen möchte. Man hat es gerade hinter sich gebracht, dann bleibt man lieber in diesem Job oder auch in der Wohnung erst mal drin. Ein paar Jahre und erholt sich von dem Stress, denn das macht nun wirklich keinen Spaß so ein wunderbares Bewerbungsgespräch.

Fasching

 

Fasching war bei uns in Berlin zumindest eigentlich gar nicht angesagt, bis vor vielleicht 20 Jahren. Davor war das wie so eine völlig unbedeutende Randerscheinung. Da gab es dann halt Pfannkuchen und da wurde halt irgendeine Girlande hingehängt, beim Bäcker. Aber das war dann auch schon alles.

 

Aber genauso wie Halloween hat sich ja auch Fasching bei uns ganz gut durchgesetzt. In letzter Zeit, in den letzten Jahren wahrscheinlich einfach deswegen, weil wir hier so gerne feiern und da nehmen wir einfach irgendwas zum Anlass. Besonders appetitlich finde ich es zwar nicht, wenn dann plötzlich irgendwelche merkwürdig verkleideten Kinder durch die Gegend rennen. Oder irgendwelche Leute sich als Pirat plötzlich angemalt haben oder als Zombie oder ich weiß nicht was. Und besonders intelligent finde ich es auch nicht, wenn plötzlich irgendwelche Fantasien-Uniformträger besonders intelligente Reden halten, die man sich wirklich nicht mal im Schlaf, im Traum wünschen möchte, anhören möchte, anhören zu müssen.

 

Aber letztendlich ist es ja offenbar egal. Hauptsache es wird gelacht, getrunken und geschunkelt. Na ja, gut, wenn es den Leuten Spaß macht. Ich finde es ja ganz lustig, aber mir persönlich wäre es dann tatsächlich ein bisschen zu übertrieben. Ist aber natürlich eine Geschmackssache, wie alles andere im Leben. Also, Karneval damit, ja, kann ich mich bis heute ehrlich gesagt - ja also Fasching, Karneval, solche ganzen Geschichten - nicht unbedingt anfreunden, aber wahrscheinlich liegt es daran, weil ich einfach zu spießig bin. 

Filme

 

„Ja, wo bitte geht es denn hier zum Film“ war früher ein geflügeltes Sprichwort und sollte bedeuten, dass es Leute gibt, die wirklich so blöd sind, immer noch anzunehmen, dass man zum Film kommt, indem man einfach nur nach dem Weg fragt und dann einfach anklingelt und sagt „ich hätte ganz gerne mal mitgemacht.“ Aber da kann man nicht einfach mal so mitmachen und hinterher ein Star werden.

 

Also das war früher mal möglich, zu Zeiten von Dick und Doof. Da wurde man dann entdeckt. Oder da muss man einfach nur mal dem Produzenten guten Tag sagen, konnte man mit dem Kaffee trinken. Das ist aber heute gar nicht mehr möglich., in der Form wie früher jedenfalls nicht.

 

Heute ist alles viel bürokratischer, viel abgeschotteter vor allen Dingen. Und im Grunde wie im Buchgeschäft läuft das alles über Beziehungen im Grunde genommen, über Vettern-Wirtschaft. Na ja, und so ist das so, dass es eben viele tolle, ausgebildete Schauspieler gibt. (Da) kenne ich auch einige. Und die haben tolle Referenzen mit super Schauspielschulen in ganz Europa besucht und auch USA und kleinere Projektchen mal mitgemacht, aber natürlich kostenlos. Als Praktikant. Und sind dann aber im Grunde letztendlich arbeitslos. Können dann putzen gehen, Taxi fahren oder sammeln vor Verzweiflung Modellautos. Ja, so ist dann der Traum irgendwann ausgeträumt.

Das sieht man aber hinterher am fertigen Film nicht, dass da so viele Leute gibt, die dahinter..., die da besser gesagt, im Film gearbeitet haben. Die hinter den Kulissen gearbeitet haben. Das sieht man dem Film nicht an, wie viele gescheiterte Versuche es gab, von Schauspielern. Wie viele Szenen mehrfach gedreht werden mussten, was da alles hinter steckt. Ja, früher musste man ja sogar in Kauf nehmen, dass ab und zu mal ein stirbt, wenn ein Film gedreht wird. Das ist ja heute eher die Ausnahme, Gott sei Dank.

 

Aber ja, das steckt alles in so einem Film drin. Vetternwirtschaft und viel, viel Arbeit bis ins Detail, wobei das meist heute sicherlich eher so am Computer entsteht. Aber deswegen sind die modernen Firmen, wie ich finde, nicht so sympathisch wie die alten. Die sind einfach zu perfekt heute. Die alten, da war irgendwie immer noch mal ein kleiner Fehler. Da war der Ton nicht so perfekt, das Bild sowieso nicht. Und ja, aber irgendwie fand ich, dass die ansprechender waren, weil die noch ein bisschen menschlicher wirkten. Heute sind die einfach im Grunde Computerprodukte. Genau wie Spielzeug heute. Leider nicht so, nicht so anregend, wie ich finde. Aber nun das sagt natürlich nichts, wenn ich das sage.  Weil... ich bin ja jemand, der eher oldschool veranlagt ist. Ich habe ja nicht mal mehr einen Fernseher zu Hause, weil ich es einfach nicht mehr anschauen möchte.

Urlaub

 

Urlaub, das ist ja auch wieder so eine Geschichte, so ein Begriff, den gibt es ja eigentlich noch gar nicht so lange. Soweit ich das mitbekommen habe, gab es im Mittelalter nicht etwas wie Urlaub. Da gab es halt eine Hand voll... eine kleine Hand voll von Leuten, die so wohlhabend waren, dass sie sich leisten konnten, zu reisen. Gut, meinetwegen auch ein paar Künstler, die irgendwelche reichen Mäzen hatten, die sie gefördert haben, aber ansonsten ist man logischerweise arbeiten gegangen und am nächsten Tag auch wieder. Und bestenfalls konnte man sonntags mal in die Kirche gehen, das war dann aber auch ein Highlight. Aber es wurde halt gearbeitet.

 

Das kam dann eigentlich erst so nach dem zweiten Weltkrieg auf, in der Zeit des Wirtschaftswunders, dass man plötzlich immer mehr erkannte, wie man doch im Wohlstand auch wirklich gut leben kann und dann sich was gönnen darf... Und dann kam man auf die Idee, dann könnte ich ja mal nach Italien fahren, erst einmal mit dem Motorroller, später mit dem Auto. Na ja, und dann noch später kamen dann die Kreuzfahrten hinzu. Und noch etwas später wurde Fliegen so billig, dass es wirklich mittlerweile für jeden erschwinglich ist. Es ist ja geradezu schon ALDI-Preis-Niveau. "Fliegen to go" sozusagen ist das heutzutage.

 

Also es ist ja mittlerweile schon so, dass man am besten so jedes Wochenende an die Ostsee fährt, zum Fahrradfahren im Sommer und ansonsten so einmal im Monat wahrscheinlich... so ungefähr... zumindest im Durschnitt gefälligst, sozusagen, gefälligst also man nach London zum Shoppen fliegt. Und wer ganz krass drauf ist, kann morgens in Mailand frühstücken und abends in Paris abendessen. Soweit sind wir mittlerweile.

 

Also das Wort Urlaub ist mittlerweile schon inflationär im Grunde in allen Lebensbereichen verankert, die im Grunde früher "Freizeit" hießen oder "ich gehe mal in die Kneipe". Na, heute laufe ich nicht in die Kneipe, heute fliege ich mal schnell irgendwohin. Das ist echt erstaunlich.

 

Nicht besonders umweltfreundlich, mal nebenbei gesagt, aber wäre es mir auch viel zu viel Stress. Nein, also ich bin froh... ich habe so viel Arbeit, ich bin froh, wenn mal einfach nichts ist. Und dann bin ich auch wirklich dankbar, wenn ich mich nicht noch in irgendeiner blöden Schlange anstellen muss, um mich abfertigen oder durchchecken zu lassen. Nein. Oder dann verunglückt mein Reisebus oder keine Ahnung, was alles passieren kann. Kreuzfahrtschiff wird von Piraten gekapert oder geht am besten unter. Nein, also lass mal stecken. Nein, dann bleibe ich lieber zu Hause.

 

Es ist ja Gott sei Dank keine Pflicht zu verreisen, auch wenn es manchmal schon fast den gesellschaftlichen Status hat, wenn man mal sagt, "ich mache nächste Woche... habe ich Urlaub. Ich mache dann..." „Was, wie, wo fliegst denn hin?“ – „Ja wie, halt, nein nein, warte mal, ich habe Urlaub, aber ich muss doch nirgendwohin. Ich bin einfach nur zu Hause, ich mache einfach mal nichts. Das wollte ich sagen.“ – „Ach, aha.“ (Dann) Wird man komisch angeguckt. Aber das ist mir egal. Ist mir immer noch lieber als der ganze Stress, der mit Urlaub zu tun hat.

Fitness

 

Ja, wenn die tägliche Arbeit jetzt allzu körperlich anspruchsvoll ist, dann braucht man also separat noch Fitness. Fitness-Training besser gesagt. Und da gibt es viele Leute, die auf die Idee kommen „Na dann gehe ich doch mal zum Fitness-Studio und unterschreibe einfach einen Fitness-Vertrag.“ So und dann hat man dann so immer den Eindruck „Ja, toll, habe ich ja was gemacht. Und jetzt bin ich gleich total dünn und sehe voll attraktiv aus. Und alle finden mich dann super.“ Und dann stellt man fest, dass man ja eigentlich noch was vergisst. Man muss ja noch hingehen. Unterschreiben allein reicht ja leider gar nicht. Ach herrje.

 

Und einige schleppen sich die ersten Wochen noch so durch. Und viele hören dann aber wirklich tatsächlich nach einer Weile auf. Die berühmte Frage ist... ist dann immer „Wie komme ich jetzt aus dem Vertrag wieder raus? Ich habe ja den für zwei Jahre unterschrieben. Oje.“ Das sind dann die berühmten Fitness-Vertrags-Kündigungs-Versuche, die im Internet so kursieren.

 

Na ja. Fitness ist schon interessant. Ich finde das schon spannend was Leute sich da so antun. Also Yoga ist ja noch das allereinfachste. Ist ja keine wirkliche Fitness. Das ist ja was ganz anderes im Grunde genommen. Ist aber mittlerweile auch schon als Sportart mittlerweile angesehen. Also ganz erstaunlich. Obwohl es damit ja eigentlich gar nichts zu tun hat, finde ich. Aber Joggen gehört auf jeden Fall sowieso dazu. Das kleine Einmaleins des Fit-seins ist ja auf jeden Fall Joggen verbunden. Na dann natürlich noch Gewichte, Hanteln. Entweder Zuhause oder im Gefängnis, wo auch immer man gerade sich aufhält. Na ein bisschen zu Berge besteigen. Und Ski fahren. Also unglaublich strapaziöse Sachen, die da teilweise auf sich genommen werden und da frage ich mich schon, ob die dann auch wirklich hinterher einen gesundheitlichen Effekt davontragen. Weil die Leute, die verschließen ja gewisserweise ihre Gelenke dermaßen, dass die dann ein paar Jahre später... da müssen die ja extreme Gelenkschäden haben, oder Schmerzen zumindest. Also vermute ich zumindest manchmal. Also da bin ich ganz froh, dass meine tägliche Arbeit Fitness genug bereithält. dass ich also gar nicht erst einen Vertrag unterschreiben muss.

WG

 

Hast du mal in einer WG gewohnt? In einer Wohngemeinschaft? Hast du das mal genossen? Genossen, ein Zimmer zu teilen in einer großen Wohnung mit weiteren Leidensgenossen, die auch nur ein Zimmer sich leisten können zu mieten, weil für die ganze Wohnung gar nicht reichen würde in solchen Gegenden. In Prenzlauer Berg, in Friedrichshain, in der Bergmannstraße in Kreuzberg.

 

Natürlich ist erst mal schlau, alternativ und innovativ und cool. Für sagen wir mal 400 € ein Zimmer zu mieten - in einer coolen Gegend. Ja, aber eben auch nur ein Zimmer. Für 400 € kriegt man schon... vielleicht nicht unbedingt in der Innenstadt, die Zeiten sind vorbei - aber man kriegt für 400 € schon eine ganze Wohnung gemietet. Ja. Gut, aber wenn man sich so ein Zimmer leisten kann, okay, hat man dafür aber zumindest in einer interessanten Lage, zentral, kiezmäßig, viele Cafés, einen Kompromiss getroffen.

 

Der Preis, den man aber zusätzlich zu den 400 € bezahlt, ist nicht gering. Denn man darf sich fortan herumschlagen mit so schwachsinnigen Fragen wie „Wer wäscht wann die Wäsche?“ „Wann darf ich das Klo benutzen oder mich sogar duschen?“ Und „Wer verdammt nochmal hat das Klo nicht sauber gemacht nach Benutzung?“ Das sind so Fragen, die einen irgendwann dazu treiben - vor allen die unzureichenden Antworten der Mitbewohner auf die Fragen - jedenfalls dazu veranlassen, irgendwann dann doch mal wieder auszuziehen und Hauptsache irgendwo irgendeine Lochwohnung zu mieten und nie wieder ein Zimmer in einer WG.

 

Also, ich glaube, wenn ich hier irgendwann meine billige Wohnung in Steglitz nicht mehr bezahlen können sollte, weil das Haus, sagen wir mal, zwangssaniert wird, mit entsprechender "Huch" modernisierten, mieterhöhungsbedingten Mietpreissteigerung, dann, ... dann würde ich irgendwann auf das Land ziehen. Alles nur keine WG.

Frühling

 

Ja, so hört sich der Frühling an. Vögel verkünden meistens sehr präzise, wann aus ihrer Sicht der Frühling anzufangen hat. Das kann mitunter auch schon zu einer Zeit sein, wo der Winter noch gar nicht so gerne abrücken möchte, wo er eigentlich noch ganz schön mit Kälte und Schnee uns versorgen möchte. Und trotzdem ist den Vögeln das egal. Nein, es wird rausgerufen: der Frühling ist da. Wunderbar. Gefällt mir sehr gut.

 

Ich finde den Frühling sowieso ganz toll. Wenn ich mir eine Jahreszeit aussuchen dürfte, die ich am tollsten finde, ist das tatsächlich der Frühling. Den Sommer finde ich ja sowieso toll, den findet ja jeder toll. Der ist mir aber ehrlich gesagt immer ein bisschen zu doll. Aber Frühling ist irgendwie dezenter und irgendwie noch leuchtender, noch zarter, noch duftender vor allen Dingen. Diese unfassbar vielen Blüten, das ist ja ein... das ist ja ein unglaublicher... ein Duftkonzert kann man sagen, das man nicht mehr so einfach vergessen kann. Das sicherlich auch seinesgleichen sucht im Sonnensystem oder vielleicht auch im ganzen Universum, keine Ahnung.

 

Ja, so viel zum Frühling. Frühling von mir aus könnte immer sein. Das soll ja auch mystisch und esoterisch irgendwie eine ganz besondere Zeit sein, die sich da um den 21.03. herumrangt, bis hin dazu, dass dann Ostern als Krönung des Frühlings dann uns eine Wiederauferstehung verkünden möchte. Also alles sehr, sehr interessant, wie ich finde.

 

Ja, dann wünsche ich euch auch einen wunderbaren Frühling.

Kleingärten

 

Kleingärten haben wir ja noch ziemlich viele hier in der Stadt, Gott sei Dank. "Datsche" nannte man das ja wohl früher im Osten Deutschlands, naja. Aber noch haben wir jedenfalls welche, Gott sei Dank.

 

Wie gesagt, leider werden sie ja mittlerweile zunehmend "abgeholzt". Da kommt ja der große Bagger und reißt alles weg, um ein neues Haus zu bauen, Supermärkte und vor allen Dingen auch eben Häuser für Wohnungen. Sehr bedauerlich. Aber nun ist leider der Zug der Zeit im Sinne des Zuzuges nicht mehr so unbedingt kurzfristig zu vermeiden oder zu verringern. Naja, so ist das halt.

 

Aber noch haben wir ja Gott sei Dank welche und die sind, wie ich finde, immer sehr... sehr schön wenn sie da sind, weil sie nämlich naja, ein gutes Klima schaffen in der Umgebung, würde ich mal sagen, auch ein bisschen Ruhepol sind, auch wenn es da manchmal ein bisschen spießig zu gehen soll. Das sind ja Kleingärtenvereine mit einer entsprechenden Struktur, wo man dann irgendwie so einen Vorstandsvorsitzenden hat und all was. Naja gut. 

 

Aber jedenfalls letztendlich sind wir ja alle ganz froh, sind dann auch interessante Pflanzen da und die Bienen haben auch ein Zuhause. Also, es ist eigentlich ganz schön so was. Wie gesagt, wird immer... immer weniger. Aber, Gott sei Dank, überhaupt noch mehr als ganz früher. Ganz früher in der Stadt hatte man ja gar nichts.

 

Früher war ja Berlin noch viel dichter besiedelt als heute. Und da gab es tatsächlich nur Kleingärten im Rahmen von, ja, so in der Nähe von Bahnanlagen. Und das war auch der Ursprung von Kleingartenideen, denn die alten Dampflokomotiven hatten damals die Angewohnheit gerne mal Funken zu verlieren, habe ich letztens gelesen und das war wohl der Grund warum man entlang von Bahnlinien ganz gerne mal Kleingärten anlegte. Also, die Bahnlinie und dann vielleicht so zehn Meter links und rechts davon und dann entstanden diese Streifen. Und daraus ganz Kolonien teilweise.

 

Man dachte sich dann, dass dann solche feucht gehaltenen Pflanzen mit Leuten, die dann gerade so im Garten herum werkeln als... sozusagen als Aufpasser dann ganz gut einen eventuellen Funkenflug, der sich zu einem Brand ausbreiten würde, bekämpfen könnten. So war das offenbar damals, als Überlegung.

 

Heute haben wir so etwas nicht mehr, aber immerhin haben wir noch ein paar Kleingärten. Und ich hoffe, dass die auch uns erhalten bleiben und nicht alle wegfliegen. Das wäre sehr, sehr schade, alle weg gerodet, weggebaggert. Naja, immer sehr schade, das anzusehen von weitem.

 

So, jetzt wünsche ich uns allen noch einen wunderbaren Frühling und hoffentlich auch mal einen kleinen Spaziergang durch die Kleingärten, die es noch gibt.

 

 

 

 

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