Das Seepferdchen

  March 28, 2022

 

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Seit einigen Monaten geht meine Tochter in eine Schwimmschule. Wir haben Glück, weil wir eine tolle Schule gefunden haben, die ganz in unserer Nähe ist. In zehn Minuten zu Fuß sind wir da! In der Schwimmschule gibt es viele verschiedene Termine zur Auswahl und sogar ein online Umbuchungssystem, wo man Stunden absagen und verschieben kann, falls mal etwas dazwischenkommt. Melissa geht immer sonntags am frühen Nachmittag. Eine Unterrichtsstunde dauert 45 Minuten. Sie mag ihre Schwimmlehrerin sehr und freut sich – meistens – auch auf ihren Unterricht. 🙂

 

Anfangs war sie noch sehr scheu. Das Wasser war ihr noch nicht so vertraut und selbst mit Schwimmflügeln fühlte sie sich sehr unsicher. Sie traute sich zum Beispiel nicht, vom Beckenrand ins Wasser zu springen und es war ihr sehr unangenehm, wenn Wasser in ihr Gesicht spritzte. Doch mit der Zeit, Stunde für Stunde, gewöhnte sie sich immer etwas mehr an das Element Wasser und fasste auch mehr Vertrauen in sich selbst. Ich bin sehr stolz auf sie, weil sie, auch wenn es nicht einfach für sie war, nicht aufgegeben hat.

 

Zuerst wird den Kindern, wenn nötig, in der Schwimmschule spielerisch die Angst vor dem Wasser genommen. Sie sitzen am Beckenrand und strampeln mit den Beinen, um sich gegenseitig nass zu spritzen, sie spielen im Wasser auf großen Matten, gehen auf “Safari”, … und lernen Baderegeln und erste Schwimmtechniken.

 

Die gängigste Schwimmart ist das Brustschwimmen, bei dem man die Arme weit ausbreitet und dabei das Wasser wegschiebt und mit den Beinen froschähnliche Bewegungen macht. In der Schwimmschule, bei den Kindern, heißen diese Beinbewegungen “Froschbeine” oder “Maus, Haus, Kerze”. 

 

Kinder gehen zunächst mit Schwimmflügeln oder so genannten Schwimmscheiben an den Armen ins Wasser. Melissa hatte zuerst die Flügel, dann zwei Scheiben an jedem Ärmchen, später nur noch eine Scheibe an jedem Arm, dann nur noch eine Scheibe an einem Arm und schließlich konnte sie sich ganz ohne Hilfsmittel im Wasser fortbewegen. Die Lehrer und Lehrerinnen beobachten die Fortschritte der Kinder und bringen ihnen neben dem Schwimmen noch verschiedene andere Fertigkeiten bei.

 

So lernen sie zum Beispiel, ihre Atmung zu kontrollieren, im Wasser zu gleiten, ins Becken zu springen und zu tauchen, um einen Ring vom Beckenboden hochzuholen.

 

Ja, und nach einiger Zeit sind die Kinder dann bereit für ihre erste kleine Schwimmprüfung: Das “Seepferdchen”. Wenn diese Prüfung erfolgreich bestanden ist, bekommen sie offiziell ihr Seepferdchen-Abzeichen.

 

 

 

 

Für dieses Abzeichen muss man Folgendes nachweisen und ausführen können:

 

  • Kenntnis von Baderegeln
  • Sprung vom Beckenrand
  • 25 m Schwimmen in einer Schwimmart in Bauch- oder Rückenlage
  • Heraufholen eines Gegenstandes mit den Händen aus schultertiefem Wasser

 

Die nächsten Abzeichen, für Fortgeschrittene und Profis, sind “Bronze”, “Silber” und “Gold”. Mehr dazu kann zum Beispiel hier nachgelesen werden.

 

Und zum Schluss möchte ich euch nicht vorenthalten, wie Melissa ihren großen Tag erlebt hat:

 

 

Bei Schulkindern steht Schwimmen übrigens meist ab der dritten Klasse auf dem Stundenplan.

 

 

 

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